Stätten des Lebens – Eine Einführung in tausend Jahre jüdische Sepulkralkultur in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung des jüdischen Friedhofs in Wertheim

Termin

Jüdischer Friedhof Wertheim (Vorlage: Fotoarchiv Wehnert, StAWt S-N 70 Nr. 451, 7579/24A; 1.4.2007)
Jüdischer Friedhof Wertheim (Vorlage: Fotoarchiv Wehnert, StAWt S-N 70 Nr. 451, 7579/24A; 1.4.2007)
07.06.2021 19:30 Uhr

Online-Vortrag von Nathanja Hüttenmeister, Essen

Jüdische Friedhöfe sind vielerorts die letzten noch sichtbaren Zeugnisse der langen jüdischen Geschichte in Deutschland. Über Jahrhunderte bewahren diese Orte wie ein steinernes Archiv das Andenken an die hier Ruhenden und nennen uns nicht nur die individuellen Namen und Daten, vielmehr zeichnen sie ein Bild von den Werten und Idealen einer Zeit und dem Wandel dieser Werte im Laufe der Jahrhunderte.

An der Gestaltung der Friedhöfe und der Grabmale lässt sich die Entwicklung ablesen von selten wohlhabenden, aber religiös hochgebildeten und traditionsbewussten kleinen jüdischen Gemeinden zum aufgeklärten, modernen städtischen Bürgertum.

Doch das Ensemble, die Zeichenwelt eines Friedhofs, gilt es zu deuten. Der Vortrag möchte eine Einführung geben in die Geschichte und Entwicklung jüdischer Friedhöfe in Deutschland, von ihrer Lage sowie Art und Weise der Belegung über die Gestaltung der Grabmale, die Bedeutung der vielfältigen Symbolik, den Inhalten der hebräischen und deutschen Inschriften bis hin zu den Spuren, die die junge und jüngste Geschichte hinterlassen haben.

Besondere Berücksichtigung findet dabei der jüdische Friedhof in Wertheim, der älteste erhaltene und bis ins 20. Jahrhundert genutzte jüdische Friedhof in Baden-Württemberg. Aufgrund der (fast) ununterbrochenen Tradition der Wertheimer jüdischen Gemeinde hat dieser Friedhof, der auch Verbandsfriedhof war und dessen ältester Grabstein aus dem Jahr 1405 stammt, eine besondere Bedeutung.

Nathanja Hüttenmeister, M.A., Salomon Ludwig Steinheim-Institut für deutsch-jüdische Geschichte e.V. an der Universität Duisburg-Essen<br> (Vorlage: Nathanja Hüttenmeister, Essen)
Nathanja Hüttenmeister, M.A., Salomon Ludwig Steinheim-Institut für deutsch-jüdische Geschichte e.V. an der Universität Duisburg-Essen (Vorlage: Nathanja Hüttenmeister, Essen)

Nathanja Hüttenmeister, M.A., wissenschaftliche Mitarbeiterin am Salomon Ludwig Steinheim-Institut für deutsch-jüdische Geschichte e.V. an der Universität Duisburg-Essen, beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit der Erforschung der jüdischen Sepulkral- und Memorialkultur. Neben zahlreichen Printpublikationen bietet das Institut auch eine Reihe von online zugänglichen Präsentationen und Recherche-Tools, darunter epidat, die epigrafische Datenbank mit digitalen Dokumentationen jüdischer Friedhöfe, Memorbuch digital, eine Erschließung historischer Memorbücher und die Spurensuche, eine Einführung in jüdische Friedhöfe in Deutschland.

Veranstalter: Archivverbund Main–Tauber in Verbindung mit dem Historischen Verein Wertheim und der VHS Wertheim.

Die Veranstaltung findet aufgrund der aktuellen Pandemielage in digitaler Form statt. Alle weiteren Informationen erhalten Sie bei der Anmeldung. Keine Gebühr.

Anmeldung über diesen Link

Weitere Informationen erhalten sie beim
Staatsarchiv Wertheim
Bronnbach 19
D–97877 Wertheim
Telefon: 09342/91592–0
Telefax: 09342/91592–30
E–Mail: stawertheim@la-bw.de


Schlagworte

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Vortrag, Staatsarchiv Wertheim, Presse und Medien, Schule und Bildung, Wissenschaft und Forschung, Bildungsarbeit