alle tag zwaimal zu kirchen – Formen spätmittelalterlicher Frömmigkeit bei schwäbischen Hochadelsfamilien (Online-Vortrag)

Termin

Votivtafel des Grafen Felix von Werdenberg über dem Eingangstor des Sigmaringer Schlosses (Ausschnitt, Aufnahme: V. Trugenberger)
Votivtafel des Grafen Felix von Werdenberg über dem Eingangstor des Sigmaringer Schlosses (Ausschnitt, Aufnahme: V. Trugenberger)
22.06.2021 20:00 Uhr

Vortrag von Dr. Volker Trugenberger, Sigmaringen

Die Menschen des Spätmittelalters waren von einer tiefen Frömmigkeit durchdrungen. Aufgrund seiner sozialen und politischen Stellung sowie seiner wirtschaftlichen Potenz hatte der Adel sehr viel mehr Möglichkeiten als ein Bauer oder Handwerker, persönliche Frömmigkeit auszudrücken, Frömmigkeitsformen anderer zu unterstützen, ja sogar in deren religiöses Leben einzugreifen. In einem Online-Vortrag, veranstaltet vom Staatsarchiv Sigmaringen und dem Hohenzollerischen Geschichtsverein, stellt Dr. Volker Trugenberger am Beispiel der Grafen von Zollern, der Grafen von Werdenberg, der Herren von Zimmern und der Truchsessen von Waldburg Formen spätmittelalterlicher Adelsfrömmigkeit vor.

Namentlich bei der Reform von Klöstern übernahmen einzelne Adelsfamilien Verantwortung für die kirchliche Ordnung. In den Residenzstädten, etwa in Trochtelfingen, Scheer oder Meßkirch wurde auf repräsentative Kirchenbauten mit Chorgebet der Geistlichen Wert gelegt. Andererseits sind Hauskapellen in den Schlössern und der Andachtserker am Scheerer Schloss Ausdruck einer sich in den Privatbereich zurückziehenden Frömmigkeit. Im Mittelpunkt einer Analyse der besonders verehrten Heiligen und der Frage individueller Frömmigkeit stehen zwei herausragende Kunstwerke der Nürnberger Bronzegießerfamilie Vischer: der sog. Fidelisschrein in Sigmaringen und das Grabmal des Grafen Eitelfriedrich II. von Zollern in Hechingen.

Dr. Volker Trugenberger war bis zu seiner Pensionierung 2020 Leiter der Abteilung Staatsarchiv Sigmaringen des Landesarchivs Baden-Württemberg. Er ist Vorsitzender des Hohenzollerischen Geschichtsvereins.


Der Vortrag findet digital statt. Bitte melden Sie sich bis 21. Juni 2021, 17:00 Uhr per E-Mail stasigmaringen@la-bw.de an. Danach erhalten Sie von uns den Zugangslink.


Termin: Dienstag, 22. Juni 2021, 20:00 Uhr

 


Schlagworte

Tags:

Vortrag, Staatsarchiv Sigmaringen, Fachöffentlichkeit, Schule und Bildung, Kunst- und Kulturgeschichte, Mittelalter und Frühe Neuzeit (bis 1806), Ortsgeschichte, Personengeschichte, Bildungsarbeit, Landeskunde