Verfolgt, vertrieben, ermordet oder doch ganz anders? – Lebensläufe und -schicksale jüdischer Opfer des Nationalsozialismus erforschen (Online-Seminar)

Termin

11.03.2022 17:00 Uhr - 11.03.2022 19:00 Uhr

Inhalt

Für nahezu alle jüdischen Familien, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Mitteleuropa lebten, bedeutete die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten im Jahr 1933 eine biographische Zäsur – so auch in Baden-Württemberg. Wer nicht die Mittel oder den Willen hatte, seine Heimat rechtzeitig zu verlassen, sah sich einer Zeit der Diskriminierung und Verfolgung ausgesetzt, die nicht selten mit dem Tod und der Auslöschung ganzer Familien endete.

Stolpersteine und Mahnmale erinnern heute teils namentlich an zahlreiche Opfer. Von wenigen prominenten Beispielen abgesehen, sind die Lebens- und Vorgeschichten der jüdischen Opfer jedoch häufig unbekannt. Möchten auch Sie die Lebensgeschichte ihrer jüdischen Angehörigen in Erfahrung bringen? Haben die jüdischen Nachbarn oder Freunde Ihrer (Groß-)eltern das 'Dritte Reich' überlebt und wenn ja, wo? Möchten Sie das Schicksal einer jüdischen Familie ihres Heimatortes kennenlernen oder dem Schicksal ehemaliger jüdischer Mitglieder Ihres Vereins nachspüren? Und welche Rolle spielten dabei diejenigen, die zurückblieben?

Auf welche Spuren Sie selbst gelangen können, wenn Sie nur über einen Namen oder ein Geburtsdatum (oder noch nicht einmal das) verfügen, möchte Ihnen Nastasja Pilz in diesem Seminar näherbringen. Anhand von Beispielen werden Sie praxisnah in die Recherche nach jüdischen Verfolgten aus Baden-Württemberg eingeführt.

Der Schwerpunkt des Seminars liegt dabei auf Quellen im Landesarchiv Baden-Württemberg. Dort dokumentieren u. a. über 120.000 Einzelfallakten aus Wiedergutmachungsverfahren der Nachkriegszeit die Schicksale nicht nur, aber in ihrer Vielzahl jüdischer Opfer. Sie ersetzen häufig die biographischen Dokumente aus der Zeit 1933–1945, die durch Verfolgung und Kriegswirren verloren gegangen sind oder bewusst vernichtet wurden.

Fr, 11. März 2022, 17.00–19.00 Uhr (Online-Seminar)
Dozentin: Nastasja Pilz M.A., Staatsarchiv Ludwigsburg
keine Gebühr
Teilnehmer: mind. 3, max. 20
Anmeldung: über die VHS Ludwigsburg

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