05.05.2025 17:00 Uhr - 19:00 Uhr
Eine Auseinandersetzung mit dem NS-UNRechtsstaat in szenischen Lesungen aus den Akten des Sondergerichts Mannheim mit Podiumsgespräch
Vor 80 Jahren, am 8. Mai 1945, endete der Zweite Weltkrieg in Europa. Oft tritt bei der Beschäftigung mit diesem historischen Datum in den Hintergrund, dass mit diesem Tag vor allem die zwölfjährige NS-Diktatur zu Ende ging, deren Selbst- und Herrschaftsverständnis in diesem Weltanschauungs- und Vernichtungskrieg seine perfideste Ausdrucksform gefunden hatte.
Krieg wird vornehmlich mit Gewalt gegen Menschen und Räume assoziiert. Militärische Konflikte werden aber in ihrer Vorbereitung, Durchführung und oft noch lange danach durch einen "Krieg in den Köpfen" begleitet. Wenn sich das Wahrnehmen von Menschen in Freund-Feind-Schemata erschöpft, wenn Uniformität Individualität erstickt, blinder Patriotismus zur Staatsräson erklärt wird und der Befehl zum kommunikativen Ideal avanciert, verändern sich alle Lebensbereiche. Das macht auch vor der Rechtsprechung nicht halt, damals und in einer wachsenden Zahl von Staaten auch heute.
Dies verdeutlichen exemplarisch die Akten des NS-Sondergerichts Mannheim im Generallandesarchiv Karlsruhe, mit denen sich Schüler*innen des Bismarck-, Goethe- und Helmholtz-Gymnasiums Karlsruhe im Rahmen eines schulübergreifenden Seminarkurses beschäftigen. Der Seminarkurs ist Teil des Projekts "Denunziation – Repression – Verfolgung: Politischer Dissens und Alltagskriminalität vor den nationalsozialistischen Sondergerichten 1933-1945" , das in der Bildungsagenda NS-Unrecht von der Stiftung Erinnerung – Verantwortung – Zukunft (EVZ) und dem Bundesministerium der Finanzen (BMF) gefördert wird. Die jungen Menschen stellen ausgewählte Aspekte ihrer Arbeit vor und setzen so Impulse für das Podiumsgespräch mit Dr. Peter Frank, Prof. Dr. Michael Kißener und Dr. Cord Brügmann, moderiert von Mirko Drotschmann.
Programm
Begrüßung Prof. Dr. Gerald Maier, Präsident des Landesarchivs Baden-Württemberg |
Szenische Lesung I Schüler*innen lesen aus den von ihnen erforschten Akten des NS-Sondergerichts Mannheim |
Podium 1 NS-Sondergerichte: Justiz als Teil des Herrschaftsapparats und die Nachwirkungen nach 1945 Podiumsteilnehmer: Dr. Peter Frank, Richter des Bundesverfassungsgerichts Prof. Dr. Michael Kißener, Johannes-Gutenberg-Universität Mainz Dr. Cord Brügmann, Direktor der Stiftung Forum Recht Karlsruhe/Leipzig Moderation: Mirko Drotschmann, Journalist (MrWissen2go/Terra X) |
Szenische Lesung II |
Podium 2 Zur Bedeutung einer unabhängigen Justiz – Erkenntnisse aus der Geschichte im Spiegel aktueller Entwicklungen |
Szenische Lesung III |
Schlusswort Dr. Martin Stingl, Landesarchiv Baden-Württemberg – Generallandesarchiv Karlsruhe |
Im Anschluss lädt der Förderverein des Generallandesarchivs Karlsruhe e.V zu einem kleinen Empfang ein.
Wir bitten um Ihre Anmeldung bis zum 24. April 2025 glakarlsruhe@la-bw.de oder telefonisch 0721/926-2206.
Während der Veranstaltung werden für Zwecke der eigenen Dokumentation und der Öffentlichkeitsarbeit Fotoaufnahmen angefertigt.